wie es möglichst viele andere auch getan haben. Nun ist es nicht selten so, dass die Mehrheit nicht unbedingt das Richtige macht und ein Verhalten wie die Masse bedeutet auch für einen selbst lediglich Mittelmaß. Gerade wenn es um das Thema finanzieller Erfolg geht, liegt die Mehrheit unserer Gesellschaft falsch. Leider ereilt einen die Feststellung erst nach etlichen Jahren und manchmal ist es dann bereits schwierig noch grundsätzliche Korrekturen des zuvor irrtümlich eingeschlagenen Weges vorzunehmen. In diesem Artikel möchte ich sechs dieser Fehler zusammenfassen, und hoffe, dass dadurch möglichst viele noch einmal darüber nachdenken, einfach nur das zu machen, was fast alle tun oder wie es früher üblich war.

1.) Alles sofort haben zu müssen und dafür Schulden aufnehmen
Der Wunsch bei uns Menschen ist sehr ausgeprägt alles sofort haben zu wollen. „Lebe jetzt“ wird oft als Motto ausgegeben, und zwar unabhängig davon, ob wir uns alles sofort leisten können oder nicht. Wenn die Nachbarn dreimal pro Jahr in den Urlaub fahren, müssen wir das natürlich auch. Das Auto des Nachbarn oder Arbeitskollegen darf auch nicht besser als mein eigenes sein, sind typische Denkmuster. Die Folge ist, dass viele Millionen Menschen Schulden aufnehmen für Dinge, die sie sich nicht leisten können und eigentlich auch nicht wirklich brauchen. Auch das Haus zur Eigennutzung fällt hier darunter, aber dazu komme ich später noch. Eines stellen die meisten jedoch erst fest, wenn in einer verschuldeten Situation mit dem Arbeitsplatz irgendetwas nicht mehr in Ordnung ist. Sie sind unfrei. Genau das ist der Hauptgrund, warum man sich für Konsumgüter nicht verschulden sollte. Zum Thema Schulden gibt es auf der Artikelseite mehrere Beiträge zum Umgang mit Schulden.

2.) Keinen Plan zur Umsetzung eines konkreten Ziels zu haben
Wenn ich andere Menschen nach ihren Zielen frage, kommt in vielen Fällen nicht viel als Antwort. „Weiß ich nicht“, „hängt davon ab“, oder „reich, glücklich und gesund“. Die dritte Aussage ist eher ein Wunsch als ein Ziel. Und selbst wenn jemand Ziele hat, dann gibt es in vielen Fällen keinen Plan. Typische Aussagen sind.

Ja, ich muss bald mal mehr für meine Altersvorsorge tun.
Ich bin unglücklich mit meinem Job, aber ich warte mal ab.
Demnächst läuft es bestimmt besser
Wer weiß, was nächstes Jahr ist
Ohne Ziele durchs Leben zu laufen bedeutet, dass Sie anderen Menschen und Umständen die Entscheidung über Ihre Zukunft geben. Das führt ziemlich sicher nicht dazu, dass Sie finanziellen Wohlstand erreichen werden. Zum Thema Ziele können Sie hier einen ausführlichen Artikel lesen.

3.) Auf Kredit ein Eigenheim außerhalb von strukturstarken Metropolen zu erwerben
Millionen Menschen verschulden sich bis zur Halskrause, wissen teilweise nicht mehr, wie sie den nächsten Urlaub oder die nächste Reparatur bezahlen können, um sich ein Eigenheim irgendwo in einer strukturschwachen Region zu kaufen. Irgendwo habe ich auch schon die Formulierung „Eigenheim in der Pampa“ gehört.

Grundsätzlich muss sich jeder selbst die Frage stellen, warum er denn mehrere hunderttausend Euro Schulden aufnimmt, um sich oft für Jahrzehnte in die Abhängigkeit eines Arbeitgebers bzw. der eigenen Arbeitskraft begibt. Wenn es dann aber noch ein Standort außerhalb von boomenden Metropolen ist, in dem die Leute eher wegziehen, Geschäfte und öffentliche Einrichtungen schließen und damit das Haus über die Jahr an Wert verliert, ist das aus finanzieller Sicht sicher ein großer Fehler. Mehr zum Thema hatten wir auf der Artikelseite Immobilien besprochen.

4.) Bei der Geldanlage und beim Arbeitsplatz auf zu viel Sicherheit setzen
Sicherheit steht bei den meisten Menschen ganz oben. So legen sie auch ihr Geld an, nämlich sicher, dafür quasi unverzinst in Versicherungen und Bankenanlagen. An mehreren Stellen auf diesem Blog haben wir gezeigt, dass bei einer langfristigen Anlage in Aktien durchaus eine Rendite von etwa 8% p.a. zu erwarten ist.

Auch beim Arbeitsplatz nehmen viele einen mäßigen Job, oft mit schlechter Bezahlung, in Kauf als mehr Risiko einzugehen, dafür aber auch mehr Chancen auf einen richtig guten Verdienst zu haben. Heutzutage wird in vielen mittleren und größeren Unternehmen sehr auf die Optimierung von operationellen Prozessen und Kosten geschaut. Die Folge ist für einen Mitarbeiter eine anhaltend hohe Arbeitsbelastung, häufig mit den Burnout-Symptomen oder ähnlichen Krankheiten.

5.) Keine Vermögenswerte zu besitzen
Viele Menschen kaufen sich ein neues und teures Fahrzeug oder eine exklusive Küche oder andere Konsumgüter – womöglich noch auf Pump – und besitzen gleichzeitig keine echten Vermögenswerte. Vermögenswerte bringen nach Erwerb oder Erschaffen einen Geldstrom in das eigene Portemonnaie, sonst ist es kein Vermögenswert. Ein Auto kostet Geld, die Wohnungseinrichtung verliert im Standardfall auch immer mehr an Wert. Und wer sein selbstgenutztes Eigenheim nicht in Schuss hält, verliert mit der Immobilie ebenfalls Geld.

Typische Vermögenswerte sind Aktien, Anleihen und vermietete Immobilien. Allerdings kann man auch selbst Vermögenswerte erschaffen. Das fängt zum Beispiel mit einem eBook im Kleinen an und kann bis hin zur eigenen Firma reichen.

Ziel eines jeden sollte es sein mehrere Vermögenswerte zu besitzen, die einem regelmäßiges – meist passives – Einkommen bringen. Wie auf einem Bauernhof mit Gänsen, die goldene Eier legen oder Kühe, die regelmäßig Milch geben.

Vermögenswerte lassen sowohl käuflich erwerben als auch selbst erschaffen. Quelle: YouTube Passiver Geldfluss – Wie kann ich schnell reich werden?

Vermögenswerte lassen sowohl käuflich erwerben als auch selbst erschaffen. Quelle: YouTube - Wie kann ich schnell reich werden?
Vermögenswerte lassen sowohl käuflich erwerben als auch selbst erschaffen. Quelle: YouTube – Wie kann ich schnell reich werden?

6.) Sich selbst nicht weiterbilden und nicht weiterentwickeln.
Jetzt kommen wir zu einem Punkt, den ich ziemlich oft beobachte. Nach der Ausbildung oder nach dem Studium sucht man sich einen Job und bleibt dort für viele Jahre oder Jahrzehnte. Dort übt man mehr oder weniger immer die gleiche Tätigkeit aus. So war das zumindest vor 10 bis 20 Jahren noch so. Verlangt dann der Vorgesetzte etwas Neues oder eine andere Tätigkeit, wird oft erst einmal protestiert. Nicht selten sträubt sich jemand solange gegen eine Weiterbildung oder eine andere Tätigkeit, bis der eigene Job aufgrund der derzeit rasch voranschreitenden Digitalisierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen nicht mehr benötigt wird. Spätestens an dieser Stelle ist das Entsetzen darüber dann groß.

Manch einer glaubt immer noch Google sei bloß eine Webseite, auf der man etwas nachschauen könne oder Facebook sei Zeitvertreib. Dass beide zu den größten Konzernen der Welt gehören und tief in den Alltag der meisten Menschen vorgedrungen sind, ist vielen nicht bewusst. Dass Apple, Amazon und Microsoft in diesem Club ebenfalls ganz vorne mit dabei sind, muss an dieser Stelle sicher nicht noch extra erwähnt werden.

Die New Economy wird in den nächsten zehn Jahren dafür sorgen, dass etliche heute noch bestehende Arbeitsplätze dann Geschichte sind. Auf der anderen Seite sind die Chancen für jeden, außerhalb von traditionellen Jobs Einkünfte zu erzielen, so gut wie nie zuvor. Das heißt, wer sich heutzutage nicht ständig weiterentwickelt, flexibel bleibt und die New Economy ignoriert (weil Veränderung), wird zu den Verlierern gehören. Dazu hatte ich den separaten Artikel „Wer sich nicht mit der New Economy beschäftigt, wird zukünftig zu den Verlierern geh...